„Gerätestörung 40“ heißt: Der digitale Tachograph hat eine Störung im Gerät selbst erkannt. Die 40 ist ein Speichercode, ihre Bedeutung erklärt der Hersteller VDO nicht. Entscheidend ist das Symbol davor: Steht eine Schachtnummer daneben, betrifft die Störung die Kartenmechanik – an einem sicheren Halteplatz Karte entnehmen und neu stecken. Ohne Schachtnummer bestätigen Sie die Meldung. Kommt sie wieder oder wirft der Tacho die Karte aus, gehört das Gerät in eine autorisierte Fachwerkstatt.
Was bedeutet Gerätestörung 40?
Jede Meldung am VDO DTCO 4.1x besteht aus Symbolen (bei Kartenbezug mit Nummer des Kartenschachts), dem Klartext und einem Code. Bei Ereignissen und Störungen blinkt die Displaybeleuchtung etwa 30 Sekunden lang (VDO-Bedienungsanleitung DTCO 4.1–4.1b, Version 02/2026, S. 112). Die Zahl hinter dem Text steht laut VDO für einen Speichercode (S. 119). Eine Liste, was 40 bedeutet, gibt es vom Hersteller nicht.
VDO unterscheidet drei Fälle (S. 119 und 126):
| Anzeige | Ursache laut VDO | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Gerätestörung mit Schachtnummer (z. B. „1“) | Störung der Kartenmechanik, etwa Kartenverriegelung nicht geschlossen | Am sicheren Halteplatz Karte entnehmen und nochmals stecken |
| Gerätestörung ohne Schachtnummer | Gravierende Störung im Gerät, siehe Ursachen unten | Meldung bestätigen, Tasten prüfen; bei Leitungen und externen Geräten Werkstatt |
| Gerätestörung, Karte wird ausgeworfen | Gravierende Störung oder schwerer Zeitfehler, etwa unrealistische UTC-Zeit | Tacho schnellstmöglich in der Werkstatt prüfen und falls nötig tauschen lassen |
Sofortmaßnahme
- Lassen Sie sich während der Fahrt nicht ablenken (VDO-Warnung, S. 112). Bestätigen Sie die Meldung erst, wenn Sie sicher stehen, mit der OK-Taste: Der erste Druck stoppt das Blinken, der zweite blendet die Meldung aus (S. 113).
- Steht eine Schachtnummer dabei: an einem sicheren Halteplatz die Karte entnehmen und erneut stecken.
- Ohne Schachtnummer: prüfen, ob eine Taste klemmt oder dauerhaft gedrückt wird.
- Bleibt die Störung, vermerken Sie alle Zeiten, die der Tacho nicht mehr richtig aufzeichnet oder ausdruckt, auf einem separaten Blatt oder der Rückseite eines Ausdrucks (S. 113). Laut VDO-Anleitung erstellen Sie bei einem Defekt zusätzlich am Anfang und Ende der Fahrt bzw. Schicht einen Tagesausdruck (S. 61).
- Melden Sie die Störung Ihrem Unternehmen. Es muss die Reparatur veranlassen.
Ursachen
Für die Gerätestörung ohne Schachtnummer nennt VDO diese möglichen Ursachen (S. 119):
- unerwartete Programm- oder Bearbeitungszeitfehler,
- Tasten blockiert oder lange gleichzeitig gedrückt,
- gestörte Kommunikation mit externen Geräten oder mit dem Anzeigeinstrument im Cockpit,
- Störung am Impulsausgang.
Auch ein schwerer Zeitfehler, etwa eine unrealistische UTC-Zeit, löst eine Gerätestörung aus; die Karte wird dann ausgeworfen (S. 126). Was dazu gehört, steht im Artikel Fahrtenschreiber UTC-Zeit und falsche Uhrzeit.
Wann in die Werkstatt?
- wenn die Karte ausgeworfen wird – dann schnellstmöglich (S. 126),
- wenn als Ursache externe Geräte, das Anzeigeinstrument oder der Impulsausgang in Frage kommen: Leitungen und Geräte lässt VDO von einer autorisierten Fachwerkstatt prüfen (S. 119),
- wenn die Meldung immer wieder kommt (S. 112).
Störung 82 und „interne Störung“
Viele Fahrer suchen nach „Störung 82“ oder „interne Störung 82“. In den Handbüchern von VDO und Stoneridge kommt eine Meldung „Störung 82“ nicht vor. Eine Meldung, die nur „Störung“ oder „interne Störung“ heißt, gibt es am VDO DTCO 4.1x nicht. „Interne Störung DTCO 4.1x“ ist dort nur der Name eines Symbols (S. 38), im Display steht dazu „Gerätestörung“. Für interne Fehler einzelner Bauteile zeigt VDO eigene Meldungen: interne GNSS-Störung, interne DSRC-Störung und interne Sensorstörung. Bei allen drei gehört der Tacho in die Werkstatt (S. 120–121).
Stoneridge-Geräte zeigen „Interne Störung FE“ – ohne Zahl. Der Tacho hat dann einen internen Fehler entdeckt, Stoneridge verweist an eine Fachwerkstatt für smarte Fahrtenschreiber (Handbuch SE5000 Smart 2, S. 82). Was die 82 bedeutet, erklären weder VDO noch Stoneridge. Im Zweifel gehen Sie vor wie bei einer Gerätestörung: bestätigen, nicht aufgezeichnete Zeiten notieren, Werkstatt.
Rechtslage
Bei einer Störung muss das Unternehmen den Tacho reparieren lassen, sobald die Umstände es gestatten. Kann das Fahrzeug nicht binnen einer Woche zum Standort zurück, ist unterwegs zu reparieren (Art. 37 Abs. 1 VO (EU) Nr. 165/2014).
Als Fahrer vermerken Sie während der Störung auf einem besonderen Blatt: Name, Nummer der Fahrerkarte oder des Führerscheins, Unterschrift und die nicht mehr korrekt aufgezeichneten Zeiten (Art. 37 Abs. 2). Fehlen diese Eintragungen, sieht der Bußgeldkatalog Fahrpersonalrecht (LV 48, 4. Aufl. 2018, Nr. 323) 250 € je 24 Stunden vor, wenn dadurch keine Kontrolle möglich ist, und 75 €, wenn sie erschwert wird. Lässt das Unternehmen nicht rechtzeitig reparieren, sind es 250 € je 24 Stunden (Nr. 311). Das sind Regelsätze für Vorsatz, bei Fahrlässigkeit bis zur Hälfte.
Häufige Fragen
Darf ich mit Gerätestörung 40 weiterfahren?
Eine feste Frist für den Fahrer nennt die Verordnung nicht. Geregelt ist die Reparaturpflicht des Unternehmens. VDO spricht von einer Weiterfahrt „im Ausnahmefall“ (S. 17). Pflicht sind in jedem Fall Ihre Vermerke auf dem besonderen Blatt. Wird nicht rechtzeitig repariert, können Behörden die Benutzung des Fahrzeugs untersagen (Art. 37 Abs. 1).
Ist meine Fahrerkarte defekt?
Nicht durch diese Meldung. Die Gerätestörung betrifft den Tacho. Probleme mit der Karte zeigt VDO als „Kartenstörung“ oder „Karte fehlerhaft“ an (S. 120 und 126). Mehr dazu im Artikel Fahrerkarte ungültig 48 und Kartenstörung 41.
Hilft die EU-Codeliste bei der 40?
Nein. In der Codeliste der EU-Verordnung steht 40 für eine Kartenstörung. Das passt nicht zur Meldung „Gerätestörung“. Verlassen Sie sich auf den Klartext und das Symbol.
