Wer beruflich auf Europas Straßen unterwegs ist, kennt die Routen. Im Urlaub oder bei Familienbesuchen sitzt man dann oft selbst im Pkw, und plötzlich gelten andere Regeln als am Lkw-Steuer. Für Pkw ist in fünf typischen Transit- und Reiseländern eine Vignette Pflicht. Hier die Übersicht mit den offiziellen Preisen 2026 und den Strafen, die ohne gültige Vignette drohen.
Das Wichtigste vorweg
Für Lkw gelten in all diesen Ländern eigene Mautsysteme, darum geht es hier nicht. Für den Pkw gilt überall dasselbe Prinzip: Die Vignette ist digital, wird auf das Kennzeichen registriert und muss schon gültig sein, bevor man auf die mautpflichtige Strecke auffährt. Kontrolliert wird meist per Kamera mit Kennzeichenabgleich, zusätzlich durch Polizei oder Mautaufsicht. Wer erst nach der Auffahrt kauft, hat oft schon einen Verstoß begangen.
Österreich: Pickerl ohne Kleben
Die meisten Reisen Richtung Süden und Südosten führen über österreichische Autobahnen. Die Pkw-Preise der ASFINAG 2026: 1 Tag 9,60 €, 10 Tage 12,80 €, 2 Monate 32,00 € und das Jahr 106,80 €. Wer die Vignette direkt bei Vignette online kaufen bucht, bei Europamaut, bekommt sie auf das Kennzeichen registriert und ist ohne Aufkleber und ohne Stopp an der Tankstelle unterwegs. Sie gilt, sobald die Registrierungsbestätigung vorliegt, in der Regel innerhalb weniger Minuten.
Wichtig: Einzelne Strecken sind zusätzlich mautpflichtig. Auf der A 13 Brenner kostet die Einzelfahrt für den Pkw 2026 zum Beispiel 12,50 €, im Karawankentunnel 9,00 €. Wer ohne Vignette erwischt wird und nicht zahlt, muss mit einem Verwaltungsstrafverfahren und 300 bis 3.000 € rechnen.
Tschechien: nur noch digital
Klebevignetten gibt es seit Januar 2021 nicht mehr. Für Pkw mit Standardantrieb kostet die 10-Tages-Vignette 300 CZK, das sind rund 12,40 €, die 30-Tages-Vignette 480 CZK. Ohne gültige Vignette drohen laut der offiziellen Mautstelle vor Ort bis zu 5.000 CZK (rund 205 €), im Verwaltungsverfahren sogar bis zu 20.000 CZK (rund 820 €). Die Pflicht gilt auch für reine Durchfahrten.
Slowakei: Kamera statt Kontrollhäuschen
Die slowakische Vignette für Pkw kostet 2026 für 1 Tag 8,10 €, für 10 Tage 10,80 €, für 30 Tage 17,10 € und für 365 Tage 90,00 €. Die Kameras erfassen Fahrzeuge, ohne dass jemand anhalten muss. Wird ein Verstoß so festgestellt, kommt ein Zahlungsbefehl über 150 €. Gehen zwei Drittel davon (100 €) innerhalb von 15 Tagen ein, gilt die Strafe als beglichen. Bei einer Polizeikontrolle sind vor Ort 50 bis 200 € möglich, der gesetzliche Rahmen reicht von 150 bis 500 €.
Ungarn: Preise in Forint
In Ungarn legt der Betreiber die Preise in Forint fest, die 10-Tages-Vignette für den Pkw liegt bei rund 19 €, je nach Wechselkurs. Kontrolliert wird anhand von Kennzeichen, Zulassungsland und Fahrzeugkategorie. Seit dem 1. Januar 2026 kostet die Fahrt ohne gültige Vignette 27.790 HUF (rund 75 €), wenn man innerhalb von 60 Tagen zahlt, danach 95.730 HUF (rund 260 €). Auch eine Vignette der falschen Kategorie wird geahndet.
Rumänien: neue Tarife seit Oktober 2026
Die Rovinieta ist Pflicht auf Autobahnen, Schnellstraßen und Nationalstraßen, auch beim Durchfahren. Seit dem 1. Oktober 2026 verkauft die Straßenverwaltung CNAIR sie über das System TollRo, und der Preis hängt erstmals von der Euro-Abgasnorm ab. Die 10-Tage-Rovinieta für Pkw kostet je nach Euro-Klasse 27 bis 39 Lei, also rund 6,50 €. Wichtig bei ausländischem Kennzeichen: Die Rovinieta muss schon bei der Abfahrt gültig sein, einen Nachkauf nach der Fahrt gibt es nicht. Die Geldbuße beträgt das Zwei- bis Vierfache der Jahres-Rovinieta, bei einem Pkw je nach Euro-Klasse 456 bis 1.320 Lei (rund 85 bis 247 €). An der Donaubrücke Calafat-Vidin kommen zusätzlich 6 € je Überfahrt für den Pkw dazu.
Wo und wie kaufen?
Am einfachsten ist es, die Vignette vor der Reise online zu buchen. Bei Europamaut ist sie sofort gültig, an das Kennzeichen gebunden und komplett digital, also papierlos und ohne Kleben an der Windschutzscheibe. Die Zahlung klappt per PayPal, Kreditkarte, Google Pay und weiteren gängigen Zahlarten. Wer mehrmals im Jahr in mehreren Ländern unterwegs ist, kann die Flatrate von Europamaut prüfen: Die amtliche Mautgebühr der 10-Tages-Vignette wird dabei vollständig aus dem Flatrate-Preis übernommen, eine separate Zahlung an die Behörde entfällt. Bei Fragen hilft der E-Mail-Support rund um die Uhr.
Checkliste vor der Abfahrt
- Route festlegen und prüfen, durch welche Länder sie führt, auch bei reiner Durchfahrt
- Kennzeichen und Zulassungsland bei der Registrierung genau kontrollieren, denn eine Vignette auf das falsche Kennzeichen gilt für das Fahrzeug nicht
- Vignette vor der Auffahrt auf die Autobahn kaufen, nicht erst an der Grenze
- Zusätzliche Streckenmaut und Tunnel einplanen, zum Beispiel in Österreich
- Bei Rumänien die Euro-Klasse aus der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld V) bereithalten
- Bestätigung als Beleg auf dem Smartphone speichern
Mit diesen Punkten sind Urlaub oder Heimatbesuch mautseitig gut vorbereitet, und die Vignette ist das Letzte, worüber man unterwegs nachdenken muss.
Beitragsbild: Tauernautobahn A10 bei Villach, Hangman’sDeath, Wikimedia Commons (CC0)
