Zwischen Lkw und Anhänger hängen meist zwei oder drei Kabel. Sie versorgen die Beleuchtung, die Bremse und je nach Anhänger auch Verbraucher wie ein Kühlaggregat. Für die Beleuchtung gibt es am 24-Volt-Lkw zwei Lösungen: zwei 7-polige Steckdosen (Typ N und Typ S) oder eine 15-polige Steckdose. Dazu kommt bei Anhängern mit ABS oder EBS eine eigene Verbindung für die Bremse. Die 13-polige Steckdose kennen Sie vom Pkw und vom Transporter. Sie ist für 12 Volt gedacht und gehört nicht an den 24-Volt-Lkw.
In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie die einzelnen Steckdosen erkennen, was über welche Leitung läuft, wann ein Adapter hilft und worauf Sie beim Prüfen und beim Ersatz achten sollten.
Welche Steckverbindungen gibt es zwischen Lkw und Anhänger?
Alle gängigen Verbindungen sind in ISO-Normen festgelegt. Das hat einen großen Vorteil: Ein Auflieger aus Spanien passt an eine Zugmaschine aus Deutschland, solange beide dieselbe Norm nutzen. Die Norm regelt die Maße, die Belegung der Kontakte und die Anforderungen an Stecker und Steckdose.
Bekannte Hersteller wie Erich Jaeger fertigen ihre Stecker und Steckdosen nach genau diesen Normen. Wer für eine defekte Steckdose oder einen beschädigten Stecker Erich Jaeger Teile nachkaufen möchte, findet sie bei spezialisierten Händlern auch über Vergleichsnummern. Das hilft, wenn auf dem alten Bauteil nur noch eine Artikelnummer zu lesen ist und Sie nicht sicher sind, welches Ersatzteil genau passt.
Die folgende Übersicht zeigt die Systeme auf einen Blick.
| Steckverbindung | Spannung | Wofür sie da ist |
|---|---|---|
| 7-polig Typ N (ISO 1185), schwarz | 24 Volt | Grundfunktionen der Beleuchtung wie Blinker, Bremslicht, Schluss- und Begrenzungsleuchten |
| 7-polig Typ S (ISO 3731), weiß | 24 Volt | Zusatzfunktionen wie Rückfahrscheinwerfer, Nebelschlussleuchte und Stromversorgung |
| 15-polig (ISO 12098) | 24 Volt | Funktionen von Typ N und Typ S in einem Stecker |
| ABS/EBS (ISO 7638) | 24 Volt oder 12 Volt | Stromversorgung und Daten für das Bremssystem des Anhängers |
| 13-polig (ISO 11446) | 12 Volt | Pkw, Transporter und Wohnwagen, nicht für den 24-Volt-Lkw |
7-polig: der schwarze Typ N und der weiße Typ S
Das 7-polige System war lange der Standard im Nutzfahrzeug und ist bis heute auf vielen Fahrzeugen zu finden. Es besteht aus zwei Steckdosen, die sich gegenseitig ergänzen.
Die schwarze Steckdose vom Typ N nach ISO 1185 überträgt die Grundfunktionen. Dazu gehören die Blinker links und rechts, das Bremslicht, die Schluss- und Begrenzungsleuchten und die Kennzeichenbeleuchtung. Das N steht für „normal“.
Die weiße Steckdose vom Typ S nach ISO 3731 kommt dazu, wenn der Anhänger mehr braucht. Das S steht für das englische „supplementary“, auf Deutsch Zusatz. Darüber laufen zum Beispiel der Rückfahrscheinwerfer und die Nebelschlussleuchte. Außerdem liefert sie Dauerplus und ein Plus, das über die Zündung geschaltet wird. Das ist wichtig für Anhänger mit eigenen Verbrauchern, etwa einen Kühlauflieger.
Damit nichts vertauscht wird, unterscheiden sich die beiden Typen nicht nur in der Farbe. Auch die Kontakte sind anders angeordnet. Ein Stecker vom Typ N passt deshalb nicht in eine Steckdose vom Typ S und umgekehrt.
15-polig nach ISO 12098: alles in einem Stecker
Die 15-polige Steckverbindung wurde in den 1990er-Jahren entwickelt. Sie vereint die Funktionen von Typ N und Typ S in einem einzigen Stecker. Für die Beleuchtung stecken Sie also nur noch ein Kabel statt zwei. Deshalb löst das 15-polige System die beiden 7-poligen Steckdosen nach und nach ab.
Zur Norm gehört auch eine Parkdose. In diese Dose stecken Sie den Stecker, wenn kein Anhänger angekuppelt ist. So bleiben die Kontakte sauber und trocken.
ABS/EBS nach ISO 7638: die Verbindung für die Bremse
Neben der Beleuchtung braucht ein Anhänger mit ABS oder EBS eine eigene Verbindung für das Bremssystem. Dafür gibt es die Steckverbindung nach ISO 7638. Teil 1 der Norm gilt für 24 Volt, Teil 2 für 12 Volt. Die Gehäuse der beiden Varianten sind unterschiedlich codiert, damit sie nicht verwechselt werden.
Die Steckdose hat sieben Kontakte. Über die Kontakte 1 bis 4 läuft die Stromversorgung für das Bremssystem. Über Kontakt 5 wird die Warnleuchte im Fahrerhaus angesteuert. Die Kontakte 6 und 7 sind Datenleitungen für den CAN-Bus. Sie werden für das elektronische Bremssystem EBS gebraucht, damit Zugfahrzeug und Anhänger Daten austauschen können. Für ein reines ABS sind diese beiden Kontakte nicht nötig. Deshalb gibt es auch eine 5-polige Variante ohne die Kontakte 6 und 7.
Eine praktische Sicherheitsfunktion steckt in der Steckdose selbst: Ist der Stecker nicht richtig eingesteckt, drückt ihn ein Auswerferstift automatisch wieder heraus. Meldet die ABS-Warnleuchte nach dem Ankuppeln einen Fehler, ist diese Verbindung ein guter erster Prüfpunkt.
Ersatz: auf Norm und Qualität achten
Steckdosen, Stecker und Spiralkabel sind Verschleißteile. Sie werden jeden Tag gesteckt und gezogen und sind Regen, Streusalz und Vibrationen ausgesetzt. Irgendwann ist deshalb ein Austausch fällig.
Beim Ersatz zählt zuerst die richtige Norm. Prüfen Sie vor dem Kauf, wie viele Pole Ihre Steckdose hat und um welchen Typ es sich handelt. Bei 7-poligen Steckdosen hilft schon die Farbe des Gehäuses weiter. Achten Sie außerdem darauf, dass der Deckel dicht schließt und der Stecker eine Zugentlastung für das Kabel hat.
Adapter: praktisch, aber keine Dauerlösung
In gemischten Flotten passen Zugmaschine und Auflieger nicht immer zusammen. Dafür gibt es Adapter, zum Beispiel von einem 15-poligen Stecker auf zwei 7-polige Steckdosen vom Typ N und Typ S. Auch die umgekehrte Richtung ist erhältlich. Die Norm ISO 12098 sieht solche Adapter ausdrücklich vor.
Für den Alltag ist das eine gute Lösung. Bedenken Sie aber: Jeder Adapter ist eine zusätzliche Steckstelle. Dort kann Feuchtigkeit eindringen und Korrosion entstehen. Wer immer mit denselben Fahrzeugen fährt, ist mit einer einheitlichen Ausstattung meist besser bedient.
Spiralkabel und Steckdosen richtig prüfen
Fällt am Anhänger ein Licht aus, liegt es nicht immer an der Lampe. Oft steckt die Ursache in der Verbindung. Werfen Sie deshalb bei der Abfahrtkontrolle einen kurzen Blick auf die Kontakte. Grüne oder weiße Ablagerungen deuten auf Korrosion hin. Der Deckel der Steckdose sollte sauber schließen und die Dichtung unbeschädigt sein.
Beim Spiralkabel lohnt sich ein Blick auf Scheuerstellen, Risse im Mantel und Knicke. Hängt das Kabel durch und schleift beim Rangieren über den Rahmen, nutzt es sich schnell ab. Ziehen Sie den Stecker immer am Griff und nie am Kabel. So schonen Sie die Anschlüsse im Inneren.
Bei leichter Korrosion kann Kontaktspray helfen. Sind die Kontakte stark angegriffen oder sitzt der Stecker locker, tauschen Sie das Teil lieber früher als später. Eine wackelige ABS/EBS-Verbindung ist kein Risiko, das Sie auf der Autobahn eingehen sollten.
Häufige Fragen
Kann ich einen Anhänger mit 7-poligen Steckern an eine 15-polige Steckdose anschließen?
Ja, mit einem passenden Adapter. Es gibt Adapter von 15-polig auf zwei 7-polige Anschlüsse vom Typ N und Typ S und umgekehrt. Wichtig ist, dass beide Fahrzeuge mit 24 Volt arbeiten.
Woran erkenne ich Typ N und Typ S?
Am einfachsten an der Farbe: Typ N ist schwarz, Typ S ist weiß. Zusätzlich sind die Kontakte unterschiedlich angeordnet, sodass sich die Stecker nicht vertauschen lassen.
Warum gibt es ABS-Stecker mit fünf und mit sieben Polen?
Die Kontakte 6 und 7 übertragen Daten für das EBS. Ein Anhänger mit reinem ABS braucht sie nicht. Deshalb gibt es neben der 7-poligen auch eine 5-polige Variante.
Darf ich einen 13-poligen Stecker an einen Lkw anschließen?
Nicht ohne Weiteres. Die 13-polige Steckverbindung ist für 12 Volt gedacht, der Lkw arbeitet mit 24 Volt. Hier passt also nicht nur der Stecker nicht, auch die Spannung ist eine andere.
Beitragsbild: Anschlüsse der Brems- und Elektroanlage an einem Sattelauflieger. Foto: GeorgHH, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
