1.111 Personen an Tirols Grenzen zurückgewiesen

Die Grenzkontrollen bei der Ausreise aus Tirol sind auch am Montag vorerst problemlos verlaufen. Von Freitag bis Sonntag wurden insgesamt 41.144 Personen und 27.259 Fahrzeuge kontrolliert, sagte Polizeipressesprecher Manfred Dummer am Montag zur APA. 1.111 Personen wurde die Ausreise aufgrund eines fehlenden negativen Corona-Tests verweigert. Bis zum späten Vormittag war die Lage auf den Straßen jedenfalls ruhig, es gab kaum Staus.

Generell sei das Verkehrsaufkommen, auch bei den Lkw, zurückgegangen, so Dummer. Um Lkw-Staus bei Kufstein aufgrund der Kontrollen Deutschlands zu vermeiden, würde die Tiroler Exekutive seit Mitternacht bereits am Brenner an der Grenze zu Italien die Lkw-Fahrer kontrollieren, ob sie die nötigen Voraussetzungen für eine Einreise nach Deutschland erfüllen. Doch auch die italienischen Behörden würden bereits bei Verona eine Art „Vorselektion“ machen, erklärte der Polizeisprecher.

Grundsätzlich seien aber alle sehr gut auf die Situation vorbereitet und hätten negative Corona-Tests dabei. Für Lkw-Fahrer gebe es auch beim Grenzübergang Kufstein bei der deutschen Exekutive noch die Möglichkeit sich testen zu lassen, um weiterfahren zu dürfen, dann werde allerdings eine Strafe fällig, da man ohne negativen Test nach Deutschland eingereist war. Die Tiroler Polizei hatte bisher 160 Lkw zurückgewiesen, hieß es.

Das italienische Verkehrsministerium hat indes zusammen mit dem Innenministerium die Einrichtung einer Teststelle am Brenner beschlossen, wo sich Lkw-Fahrer, die in Richtung Österreich und Deutschland unterwegs sind, einem Schnelltest unterziehen können. Der Beschluss wurde angesichts der „restriktiven Maßnahmen“ gefasst, die in den vergangenen Tagen von Deutschland und von den österreichischen Behörden ergriffen wurden, hieß es in einer Presseaussendung des Verkehrsministeriums in Rom.

Der für Südtirol zuständige Präfekt Vito Cusumano plante die Einrichtung eines „Drive Through“, wo sich die Lkw-Fahrer testen lassen können. Der italienische Zivilschutz und die Verkehrspolizei sollen Unterstützung leisten. Weitere „Drive Through“ könnten demnächst eingerichtet werden, sollte es die Situation am Brenner erfordern, hieß es in einer Presseaussendung des Verkehrsministeriums. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio sei ständig mit den österreichischen und deutschen Behörden in Kontakt, um den „Notstand“ am Brenner zu bewältigen.

Von Bayern hatte es am Sonntag geheißen, dass „systemrelevante Pendler“ auch weiterhin nach Bayern zum Arbeiten kommen können. Noch nicht klar war aber, welche Berufsgruppen tatsächlich als „systemrelevant“ gelten. Ansonsten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für medizinisches Personal, für Lkw-Fahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte. Auch das reine Durchreisen etwa von Tirol nach Salzburg war nicht möglich.

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