BMVI veröffentlicht Projekte für alternative Lkw-Antriebe

Drei sogenannte Innovationscluster hat das Bundesverkehrsministerium am 8. September bekanntgeben. Damit sollen bundesweit Antriebstechnologien für Batterie-, Brennstoffzellen- und Hybrid-Lkw in der Praxis erprobt werden.

Berlin. Im November 2020 hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) das sogenannte „Gesamtkonzept klimafreundliche Nutzfahrzeuge“ veröffentlicht. Es soll den Weg zu einem klimafreundlichen Straßengüterverkehr aufzeigen. Dazu zählen konkrete Fahrpläne für die einzelnen Antriebstechnologien bis 2030 und aus Sicht des BMVI notwendige Maßnahmen für deren Markthochlauf.

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Berlin. Im November 2020 hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) das sogenannte „Gesamtkonzept klimafreundliche Nutzfahrzeuge“ veröffentlicht. Es soll den Weg zu einem klimafreundlichen Straßengüterverkehr aufzeigen. Dazu zählen konkrete Fahrpläne für die einzelnen Antriebstechnologien bis 2030 und aus Sicht des BMVI notwendige Maßnahmen für deren Markthochlauf.

Als zentrales Element des Maßnahmen-Fahrplans nennt das Ministerium Innovationscluster, in denen alternative Antriebstechnologien im Zusammenspiel von Fahrzeugen und Infrastruktur auf längeren Korridoren erprobt werden können. Die ersten drei Innovationscluster wurden nun festgelegt.

Förderprojekt Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr (HoLa)

In diesem Projekt sollen an vier Standorten entlang der A 2 vom Ruhrgebiet bis Berlin exemplarisch zunächst je zwei Hochleistungsladepunkte mit CCS-Ladepunkten (Combined Charging System) und in einer späteren Phase mit dem Megawatt Charging System (MCS) aufgebaut werden. Ziel sei es, unterschiedliche Anwendungsfälle im Realbetrieb an Autobahn-Raststätten, Logistikzentren und Betriebshöfen zu testen. Durch den Aufbau und Betrieb von prototypischer Technologie sollen Erkenntnisse für einen flächendeckenden Lkw-Hochleistungs-Ladenetzaufbau gewonnen werden. Laut BMVI wird das Projekt durch ein Konsortium mit 13 Partnern, bestehend aus Fahrzeugherstellern und Unternehmen der Energiewirtschaft umgesetzt. Das Vorhaben umfasse ein finanzielles Volumen von 27 Millionen Euro, davon fördert der Bund 12 Millionen Euro über die Förder-Richtlinie Elektromobilität. Als Start ist Mitte September dieses Jahres vorgesehen.

Innovationscluster E-Highway Bayern

Bei dem Projekt „E-Highway Bayern“ soll die praktische Erprobung des dynamischen und stationären Ladens von Batterie- und Brennstoffzellen-Lkw entlang der A 9 von München über Ingolstadt nach Nürnberg im Vordergrund stehen. Als Alternative nennt das BMVI die Strecke entlang der A 92 von München über Landshut und Dingolfing nach Deggendorf. Im Einzugsgebiet einer Oberleitungsstrecke soll ein ergänzendes Netz von Wasserstofftankstellen und stationären Elektro-Schnellladestationen auf Rast- und Betriebshöfen errichtet werden. Damit können die eingesetzten Fahrzeuge auch außerhalb der Oberleitungsstrecke emissionsfrei betrieben werden, so das BMVI. Ziel dieses Innovationsclusters sei es, die Vorteile der Kombination der verschiedenen Antriebstechnologien zu erproben, die Auswirkungen auf das Energienetz zu untersuchen sowie umwelt- und kostenseitige Synergien zu heben.

Die genaue Ausgestaltung des Projektes soll noch im Rahmen einer Projektgruppe unter Leitung des bayerischen Verkehrsministeriums und mit Beteiligung der bayerischen Speditions- und Logistikverbände festgelegt werden. Das BMVI werde die Projektdurchführung zusammen mit der Autobahn GmbH unterstützen. Das geschätzte Projektvolumen liegt bei einem niedrigen bis mittleren dreistelliger Millionenbetrag und wird aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Lkw-Innovationskorridor Rhein-Main/Rhein-Neckar

Im Vordergrund dieses Projektes steht die Erprobung der Antriebstechnologien Batterie-, Brennstoffzellen- und Hybrid-Lkw durch den Aufbau einer Tank-, Lade- und Oberleitungsinfrastruktur vom Frankfurter Kreuz über die A 5 bis Darmstadt. Weiter soll es über die A 67 oder die A 5 bis zur Landesgrenze mit Baden-Württemberg gehen. Eine Verlängerung bis Mannheim beziehungsweise Heidelberg werde laut BMVI geprüft. Ziele sei die Optimierung von Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren sowie der technischen Gestaltung von Infrastruktur für Lkw mit alternativen Antrieben auf längeren, stark befahrenen Streckenabschnitten. Auch in diesem Fall steht die genaue Ausgestaltung noch nicht fest. Sie soll im Rahmen einer Projektgruppe unter Leitung des hessischen Verkehrsministeriums und mit Beteiligung insbesondere der regionalen Wirtschaft festgelegt werden.

Das BMVI werde die Projektdurchführung zusammen mit der Autobahn GmbH unterstützen. Auch hier schätzt das Ministerium das finanzielle Volumen auf einen niedrigen bis mittleren dreistelliger Millionenbetrag, der ebenfalls aus dem Bundeshaushalt stammen soll.

Außerdem Task-Forces geplant

Neben den drei Innovationsclustern startet das BMVI außerdem für die drei Technologien Batterie, Brennstoffzelle/Wasserstoff und dynamisches Laden Task-Forces. Zusammen mit zentralen Akteuren aus der Praxis wolle man insbesondere notwendige Planungs-, Genehmigungs- und Entscheidungsschritte für den Roll-Out der jeweiligen Infrastrukturen definieren. Die Task-Force „Backcasting Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw“ startete bereits im Juni 2021, erste Arbeitsgruppen liefen derzeit. Die Task-Force „Dynamisches und stationäres Laden von Batterie- und Brennstoffzellen-Lkw“ soll voraussichtlich in dieser Woche an den Start gehen. Auch die Task-Force „Backcasting Wasserstofftankinfrastruktur“ soll in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

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