AdBlue-Störung und Notlauf: Die 3 häufigsten Ursachen und was Sie tun können

Es ist der Albtraum jedes Fahrers: Mitten auf der Tour leuchtet die gelbe Motorkontrollleuchte (MIL) auf, und im Display erscheint die Meldung „Abgasnachbehandlung gestört“ oder „AdBlue-System prüfen“. Wer jetzt nicht reagiert, dem droht oft nach dem nächsten Motorstart der gefürchtete Notlauf, der Kriechgang mit maximal 20 km/h. Doch nicht immer ist das System wirklich kaputt. Wir erklären die drei häufigsten Ursachen für AdBlue-Fehler und wie Sie teure Pannen vermeiden.

Ursache 1: Kristallisation (Der Kälte- und Kurzstrecken-Killer)

AdBlue ist eine Harnstofflösung, die extrem empfindlich auf Temperaturen reagiert.

  • Das Problem: Bei Temperaturen unter -11 °C gefriert AdBlue. Zwar haben moderne LKWs eine Tankheizung, aber wenn der LKW lange im Kalten stand, können sich Kristalle bilden, die die feinen Düsen oder die Pumpe verstopfen. Auch häufiger Kurzstreckenverkehr führt dazu, dass das Abgassystem nicht heiß genug wird, um den Harnstoff sauber zu verdampfen.
  • Die Lösung: Es gibt spezielle Additive (Zusätze) für den AdBlue-Tank, die die Kristallisation verhindern. Fragen Sie Ihren Fuhrparkleiter danach, besonders im Winter.

Ursache 2: Der NOx-Sensor (Die Fehlerquelle Nr. 1)

Oft ist gar nicht die Pumpe defekt, sondern nur der Sensor, der die Abgase misst.

  • Das Problem: Die NOx-Sensoren sind Verschleißteile. Durch Ruß und Vibrationen liefern sie irgendwann falsche Werte. Das Steuergerät „denkt“ dann, die Abgasreinigung funktioniert nicht, und drosselt die Leistung, obwohl eigentlich alles in Ordnung wäre.
  • Was tun? Hier hilft nur die Werkstatt. Ein Profi-Tipp für unterwegs: Manchmal hilft es, die Batterie für 15 Minuten abzuklemmen (Hauptschalter), um den Fehlerspeicher kurzzeitig zu resetten und noch bis zur Werkstatt zu kommen. Das ist aber keine Dauerlösung!

Ursache 3: Schlechte AdBlue-Qualität

AdBlue ist nicht gleich AdBlue.

  • Das Problem: Wenn Kanister lange in der prallen Sonne standen oder verunreinigt wurden (Staub, Dieselreste im Trichter), nimmt das System das übel. Schon kleinste Verunreinigungen können den Katalysator zerstören.
  • Die Regel: Nutzen Sie nur versiegelte Kanister oder Zapfsäulen an großen Autohöfen. Lagern Sie Vorräte dunkel und kühl.

Wann droht der Notlauf?

Die Gesetzgebung (Euro 6) ist streng: Wenn das System einen Fehler erkennt, muss die Motorleistung reduziert werden. Meistens haben Sie nach der ersten Warnung noch eine gewisse Zeit (z. B. 50 Startvorgänge oder 10 Stunden), bevor die „Drehmomentreduzierung“ aktiv wird. Nutzen Sie diese Zeit sofort, um eine Werkstatt anzusteuern. Wer den Motor abstellt, wenn der Countdown abgelaufen ist, kommt oft nicht mehr vom Fleck.

Quelle: Technische Informationen der Hersteller / Redaktion BrummiOnline

Foto: Mercedes

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei technischen Störungen immer die Fachwerkstatt aufsuchen.