Warum verlagern immer mehr deutsche Online-Händler ihre Logistik nach Polen? Die Antwort liegt in einer Kombination aus geografischer Nähe, erheblichen Kosteneinsparungen und einer Infrastruktur, die westeuropäischen Standards entspricht. Was vor wenigen Jahren noch als unkonventionelle Entscheidung galt, hat sich mittlerweile zum strategischen Wettbewerbsvorteil entwickelt. Große Player wie Amazon, Zalando und DHL haben bereits über 500.000 Quadratmeter Fulfillment-Fläche in Westpolen errichtet. Für mittelständische E-Commerce-Unternehmen stellt sich daher nicht mehr die Frage, ob Polen eine Option ist, sondern wie sie diese Chance optimal nutzen können.
Polen als strategischer Logistik-Standort
Die geografische Lage Polens macht das Land zum natürlichen Drehkreuz für den europäischen E-Commerce. Westpolnische Standorte liegen nur 130 bis 180 Kilometer von Berlin entfernt. Die Fahrzeit per LKW beträgt etwa 2,5 Stunden in die deutsche Hauptstadt, 3,5 Stunden nach Dresden und rund 6 Stunden nach Hamburg. Diese Distanzen sind vergleichbar mit innerdeutschen Logistikrouten.
Seit dem Schengen-Beitritt 2007 existieren keine Grenzkontrollen mehr. Die Wartezeiten an den Übergängen betragen lediglich 5 bis 15 Minuten. Für die tägliche Logistikplanung bedeutet das: nahtlose Warenströme ohne bürokratische Verzögerungen. Die Autobahnverbindungen A2 und S3 bieten eine direkte Anbindung an das deutsche Verkehrsnetz.
Moderne Logistikparks in Westpolen erfüllen höchste Standards. Klasse-A-Lager mit BREEAM-Zertifizierung garantieren nicht nur Effizienz, sondern auch ökologische Nachhaltigkeit. Die Infrastruktur steht deutschen Pendants in nichts nach. Professionelle Carrier-Netzwerke von DPD, DHL, GLS und InPost gewährleisten zuverlässige Zustellung in alle EU-Märkte.
Kostenvorteile bei gleichbleibender Qualität
Der wirtschaftliche Vorteil eines polnischen Fulfillment-Standorts ist messbar. Deutsche E-Commerce-Marken erzielen durchschnittlich 30 bis 40 Prozent niedrigere operative Kosten im Vergleich zu einem eigenen Lager in Deutschland. Diese Einsparungen resultieren aus günstigeren Löhnen, niedrigeren Mietpreisen und reduzierten Betriebskosten.
Die Mietkosten für Logistikflächen liegen in Polen bei 3,60 bis 5,75 Euro pro Quadratmeter. In Ostdeutschland zahlen Unternehmen 7,50 bis 10 Euro für vergleichbare Flächen. Bei einem 20.000 Quadratmeter großen Zentrum summieren sich die Einsparungen allein bei der Miete auf 840.000 bis 1.080.000 Euro jährlich. Für mittelgroße Fulfillment-Center können die Gesamteinsparungen bis zu 2,5 Millionen Euro pro Jahr betragen.
Entscheidend ist dabei: Die Qualität leidet nicht. Im Gegenteil. Spezialisierte Fulfillment-Dienstleister erreichen Perfect Order Rates von über 99 Prozent. Die Retourenbearbeitung erfolgt innerhalb von zwei Tagen. Deutschsprachiges Management und standardisierte Prozesse sorgen für reibungslose Kommunikation und Abläufe. Die Produktivität polnischer Logistikzentren ist trotz niedrigerer Löhne hoch, was auf gut ausgebildete Arbeitskräfte und moderne Technologie zurückzuführen ist.
Schnelle Lieferung nach Deutschland
Für deutsche Endkunden ist die Herkunft des Pakets irrelevant. Was zählt, ist die Liefergeschwindigkeit. Und hier punktet Polen mit beeindruckenden Werten. Von westpolnischen Standorten aus erreichen Pakete deutsche Empfänger innerhalb eines Tages. Die Nähe zu Berlin, Brandenburg und Sachsen ermöglicht Lieferzeiten, die mit innerdeutschen Versandwegen konkurrieren.
Ein Beispiel verdeutlicht die Distanzen: Gorzów Wielkopolski liegt nur 130 Kilometer von Berlin und 100 Kilometer von Szczecin entfernt. Kurierabholungen bis nach 20 Uhr ermöglichen es, Bestellungen vom selben Tag noch am Abend auf den Weg zu bringen. Die Arbeitszeiten in professionellen Fulfillment-Zentren erstrecken sich von 6 bis 22 Uhr, in Spitzenzeiten auch an Wochenenden.
Darüber hinaus eröffnet ein polnischer Standort den Zugang zu weiteren wachstumsstarken Märkten. Die CEE-Region mit Tschechien, Slowakei, Ungarn und dem Baltikum ist innerhalb von zwei bis drei Tagen erreichbar. Der polnische E-Commerce-Markt selbst generiert 30 bis 35 Milliarden Euro Umsatz mit zweistelligem Wachstum. Wer nach Polen expandiert, erschließt nicht nur einen Kostenstandort, sondern auch neue Absatzmärkte.

Omnipack: Fulfillment aus Polen für deutsche Marken
Omnipack hat sich seit 2016 als spezialisierter E-Commerce Fulfillment-Partner für E-Commerce-Unternehmen etabliert. Mit zwei Logistikzentren in Warschau-Nadarzyn und Gorzów Wielkopolski verfügt das Unternehmen über 30.000 Quadratmeter Lagerfläche. Der Standort Gorzów liegt strategisch günstig: 130 Kilometer bis Berlin, 100 Kilometer bis Szczecin.
Die Zahlen sprechen für sich: Über 10 Millionen versendete Pakete, Lieferungen in mehr als 40 Länder und eine Perfect Order Ratio von 99,96 Prozent. Das bedeutet nahezu fehlerfreie Auftragsabwicklung. Für deutsche Marken besonders relevant: Die 1-Tages-Lieferung nach Deutschland ist Standard. Das Onboarding neuer Kunden erfolgt innerhalb von zwei bis vier Wochen.
Die technische Integration ist umfassend. Omnipack arbeitet mit allen gängigen Shop-Systemen wie Shopify, PrestaShop, Magento, WooCommerce, Shoper und IdoSell. Marktplatz-Anbindungen für Amazon, Allegro, Zalando und eBay sind ebenfalls verfügbar. Das Merchant Portal bietet 24/7 Zugang zu allen Logistikoperationen in Echtzeit. Mit über 250 Mitarbeitern und Spezialisierung auf Fashion, Beauty und Supplements bedient Omnipack genau die Branchen, die von schneller und präziser Fulfillment-Logistik abhängen.
Fazit
Polen bietet deutschen E-Commerce-Unternehmen das Beste aus zwei Welten: Qualitätsstandards auf westeuropäischem Niveau zu deutlich niedrigeren Kosten. Die geografische Nähe ermöglicht Lieferzeiten, die mit innerdeutschen Standorten konkurrieren. Die Kostenersparnis von 30 bis 40 Prozent verschafft einen echten Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig öffnet sich der Zugang zu wachstumsstarken CEE-Märkten. Für Unternehmen, die ihre Logistik skalieren und internationalisieren wollen, ist Polen nicht mehr nur eine Alternative, sondern die strategisch kluge Wahl.
