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  • #46
    Laut einem neuen Bericht spart der russische Präsident Wladimir Putin möglicherweise militärische Stärke und Feuerkraft aus der Luft für einen Angriff auf NATO -Staaten.

    Nato fängt in 570 Fällen russische Jets ab – doppelt so viele wie im Vorjahr

    Immer häufiger nähern sich Militärflugzeuge aus Russland dem westlichen Luftraum mit unklarer Absicht und mit ausgeschalteter digitaler Kennung. Im Jahr 2022 zählte die Nato so viele provokative Zwischenfälle dieser Art wie noch nie, die meisten davon über der Ostsee. Das westliche Bündnis zeigt sich trotzdem gelassen.

    Im Jahr 2022 haben Nato-Jets in Europa 570 Einsätze geflogen, um russische Militärflugzeuge abzufangen, die sich dem Luftraum des Bündnisses näherten. Diese bislang unveröffentlichte Zahl nannte ein Nato-Beamter gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

    Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit beinahe eine Verdopplung: Im Jahr 2021 hatte das Bündnis 290 Fälle dieser Art registriert.






    Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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    • #47
      Nähern und Eindringen, sind aber noch ein gewaltiger Unterschied und die NATO bzw. Nato-Staaten will Russland nicht angreifen.
      PERVERS IST WENN DEUTSCHE STAATSBÜRGER SCHUTZ SUCHEN MÜSSEN VOR SCHUTZSUCHENDEN!

      ​​​​​In der internationalen Politik geht es
      nie um Demokratie oder Menschenrechte.
      Es geht um die Interessen von Staaten.
      Merken sie sich das, egal was man Ihnen im
      Geschichtsunterricht erzählt.
      Egon Bahr


      Der grosse Krieg beginnt nicht mit dem ersten Schuss, sondern beginnt mit dem lustvollen Schüren von Kriegsbereitschaft im Namen der Wahrheit.

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      • #48
        Aber provozieren....

        Immer häufiger nähern sich Militärflugzeuge aus Russland dem westlichen Luftraum mit unklarer Absicht und mit ausgeschalteter digitaler Kennung.


        Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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        • #49
          Zitat von Manni-Blue Beitrag anzeigen
          ....
          Im Jahr 2022 haben Nato-Jets in Europa 570 Einsätze geflogen, um russische Militärflugzeuge abzufangen, die sich dem Luftraum des Bündnisses näherten.
          ....
          Martin,

          Flugzeuge fliegen im eigenen Hohheitsgebiet in die Nähe der Grenze. Ist daran etwas auszusetzen?
          Russische Flugzeuge melden der NATO keinen Anlaß für diese Flüge. Ist daran etwas auszusetzen?

          NATO Flugzeuge starten um abzufangen. Sie fangen aber kein Flugzeug ab, weil kein Abfanggrund vorliegt.

          Warum wird soetwas von einer Zeitung gemeldet?

          Den Artikel werte ich als allerbilligste Propaganda mit demagogischer Absicht.

          Wer hierbei von Provokation schreibt, muß sich unbedingt fragen, was die NATO in der Ukraine betrieben hat, sowie in allen Staaten der NATO-Osterweiterung.

          Und wer die abgeschaltete Erkennung erwähnt darf sofort auch fragen, was die Flugzeuge über der Ostsee taten, mit ausgeschalteter Kennung, als die Gasrohre platzten...

          Gruß
          Klaus

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          • #50
            Zitat von hobbylenker Beitrag anzeigen

            Martin,

            Flugzeuge fliegen im eigenen Hohheitsgebiet in die Nähe der Grenze. Ist daran etwas auszusetzen?

            Dann solltest mehrere Berichte lesen. Es sind sehr wohl russische Flieger mehrmals über der Ostsee gesichtet worden, als auch dänische Flieger diese wieder zurück begleiteten.

            Russische Flugzeuge melden der NATO keinen Anlaß für diese Flüge. Ist daran etwas auszusetzen?

            In der jetzigen Krigszeit - JA

            NATO Flugzeuge starten um abzufangen. Sie fangen aber kein Flugzeug ab, weil kein Abfanggrund vorliegt.

            Siehe o. g.

            Warum wird soetwas von einer Zeitung gemeldet?

            Nicht nur in einer, siehe o. g.

            Den Artikel werte ich als allerbilligste Propaganda mit demagogischer Absicht.

            Nicht alle Menschen nehmen Berichte gleichermaßen auf.

            Wer hierbei von Provokation schreibt, muß sich unbedingt fragen, was die NATO in der Ukraine betrieben hat, sowie in allen Staaten der NATO-Osterweiterung.

            Und wer die abgeschaltete Erkennung erwähnt darf sofort auch fragen, was die Flugzeuge über der Ostsee taten, mit ausgeschalteter Kennung, als die Gasrohre platzten...

            Gruß
            Klaus
            Hab den ganzen Tag nichts zu tun, lese mich in aller Welt-Berichte ein.


            Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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            • #51
              Martin,

              nun, der Bezugsartikel nennt keine "Luftraumverletzungen" durch russische Flugzeuge.

              Wenn sich die "NATO" dadurch provoziert fühlt, führe ich abermals an: Wie fühlt sich Russland, wenn sich die NATO mit Militäreinrichtungen den russischen Grenzen nähert, obwohl zugesagt war, die NATO nicht nach Osten zu erweitern?

              Also, die NATO fühlt sich durch Annäherung russischer Flugzeuge provoziert.
              Russland wird nicht zugestanden, sich provoziert zu fühlen, wenn die NATO Russland in die Zange nimmt.


              Gruß
              Klaus

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              • #52
                Langsam frage ich mich wo lebt ihr denn. Ich zum Beispiel lebe in Deutschland + damit im NATO bereich + ich fühle mich wohl wäre dem nicht so würde ich meinen krempel packen + richtung ural auswandern!!!!!

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                • Asphaltflüsterer
                  Asphaltflüsterer kommentierte
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                  Warum hast du dir die Richtung nach dem Ural als Ausweichlebensmittelpunkt ausgesucht? Das verwundert mich jetzt aber?
                  Der Ural selbst ist natürlich wunderschön, herrliche Wälder und Berge, Natur ohne Ende. Mit deiner Rente, wärst du sicherlich der Krösus dort unter den Senioren.

                • cavallo 09
                  cavallo 09 kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Ich fühle mich in Deutschland wohl auch wenn wir zur nato gehören

              • #53
                Klaus, was redest du da?
                Es steht auch klar in den Sanktionen gegen Russland.


                Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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                • #54
                  Zitat von Manni-Blue Beitrag anzeigen
                  Klaus, was redest du da?
                  Es steht auch klar in den Sanktionen gegen Russland.
                  Martin, nun verstehe ich Deinen Beitrag nicht. Was steht in Sanktionen?
                  Gruß
                  Klaus

                  Kommentar


                  • #55
                    Zitat von cavallo 09 Beitrag anzeigen
                    Langsam frage ich mich wo lebt ihr denn. Ich zum Beispiel lebe in Deutschland + damit im NATO bereich + ich fühle mich wohl wäre dem nicht so würde ich meinen krempel packen + richtung ural auswandern!!!!!
                    Ist das eine Stellungnahme zum Artikel in Beitrag #46?

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                    • cavallo 09
                      cavallo 09 kommentierte
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                      49+51 soll die NATO warten bis sie im tiefflug über den kuhdamm fliegen

                  • #56
                    Zitat von hobbylenker Beitrag anzeigen

                    Martin, nun verstehe ich Deinen Beitrag nicht. Was steht in Sanktionen?
                    Gruß
                    Klaus
                    Seit einem Jahr:
                    EU verhängt weitere Sanktionen: EU-Luftraum für russische Flugzeuge geschlossen

                    Gestern (Sonntag) hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine verschärft. Die EU hat ihren Luftraum für alle in russischem Besitz befindlichen, in Russland registrierten oder von Russland kontrollierten Flugzeuge geschlossen.




                    Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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                    • #57
                      Zitat von Manni-Blue Beitrag anzeigen

                      Seit einem Jahr:
                      EU verhängt weitere Sanktionen: EU-Luftraum für russische Flugzeuge geschlossen

                      Gestern (Sonntag) hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine verschärft. Die EU hat ihren Luftraum für alle in russischem Besitz befindlichen, in Russland registrierten oder von Russland kontrollierten Flugzeuge geschlossen.


                      Martin, in dem Artikel lese ich ja aber nichts von Verletzungen des Luftraumes.

                      Gruß
                      Klaus

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                      • cavallo 09
                        cavallo 09 kommentierte
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                        Vielleicht aus vorsicht

                    • #58
                      Zitat von hobbylenker Beitrag anzeigen

                      Martin, in dem Artikel lese ich ja aber nichts von Verletzungen des Luftraumes.

                      Gruß
                      Klaus
                      Wann steigen denn Abfangjäger auf?
                      Warum geleiten denn diese AJ russische Flugzeuge bis zur Grenze?


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                      • #59
                        Niederlande: Russische Militärflugzeuge über Polen abgefangen

                        Eine Formation von drei russischen Militärflugzeugen ist nach Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums von zwei niederländischen F-35-Kampfflugzeugen über Polen abgefangen und aus dem Gebiet eskortiert worden. „Die zu dem Zeitpunkt unbekannten Flugzeuge näherten sich dem polnischen Nato-Gebiet von Kaliningrad aus", heißt es in der Erklärung des Ministeriums. „Nach der Identifizierung stellte sich heraus, dass es sich um drei Flugzeuge handelte: eine russische IL-20M Coot-A, die von zwei Su-27 Flankern begleitet wurde. Die niederländischen F-35 übergaben den Geleitschutz an die Nato-Partner.“

                        Das russische Verteidigungsministerium reagiert nicht sofort auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zur Stellungnahme. Kaliningrad ist eine russische Enklave an der Ostseeküste, die zwischen den Nato- und EU-Mitgliedern Polen und Litauen liegt.




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                        • #60
                          Warum sind Russland und die Ukraine im Konflikt?
                          Der Name Ukraine bedeutet „Grenzland“. Was sind das für Grenzen?

                          Die Ukraine ist historisch betrachtet eine Art Kontaktzone zwischen östlichem und westlichem Christentum, Judentum und Islam. Über lange Zeit war sie aufgeteilt zwischen Österreich-Ungarn, Polen-Litauen, dem Russischen und dem Osmanischen Reich. Das heißt: Es kamen sehr viele kulturelle Einflüsse zusammen. Für das heutige Verständnis ist es meiner Meinung nach wichtig, dass die kulturellen Einflüsse des Westens am wichtigsten für die Identität des Landes waren.

                          Im Fall der Ukraine sehen wir gerade, wie sich eine Nation rund um Werte wie Meinungsfreiheit und Demokratie bildet

                          Aber noch heute sieht es doch so aus, als gäbe es einen proeuropäischen Westen und einen nach Russland tendierenden Osten.

                          Nur weil zwei Sprachen gesprochen werden – Ukrainisch und Russisch –, heißt das nicht, dass es nicht eine gemeinsame Identität gibt, die sich durch den Wunsch nach Demokratie, Freiheit und stabilen staatlichen Institutionen auszeichnet. Auch Russland hat das falsch eingeschätzt und geglaubt, seine Panzer und Soldaten würden im Donbas von russischsprachigen Menschen jubelnd empfangen. Stattdessen gab es auch viele, die sich ihnen mit ukrainischen Fahnen entgegengestellt haben. Durch den Krieg ist das Land geeinter. Aber das schließt nicht aus, dass es pluralistisch ist, was die Sprachen anbelangt oder auch die Religion. Wolodymyr Selenskyj ist zum Beispiel der einzige jüdische Präsident außerhalb Israels.

                          Das Wort Nation hat für viele Deutsche einen negativen Beigeschmack. Fehlt uns daher manchmal das Verständnis für das ukrainische Streben, eine zu sein?

                          Ich erinnere mich an die deutsche Wiedervereinigung, als mir meine damaligen deutschen Kollegen erzählten, dass es dabei nicht um die deutsche Identität und die Nation gehen würde. Ich musste damals schmunzeln. National zu denken hat ja nicht unbedingt was mit Nazis zu tun. Im Fall der Ukraine sehen wir gerade, wie sich eine Nation rund um Werte wie Meinungsfreiheit und Demokratie bildet – und diese Werte gegen eine Macht verteidigt, die keine Nation sein will, sondern ein imperiales Reich. Die Ukraine ist ein Land, in dem die Demokratie überlebt hat. Nach 1990, aber auch 2004 und 2013, als Russland versucht hat, ein autoritäres Regime zu installieren. All das mündete in heftige Proteste auf dem Majdan.

                          Rückt die Ukraine gerade mehr nach Westen oder umgekehrt: Europa mehr nach Osten?

                          Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich Länder wie die Bundesrepublik stark nach Westen gewandt, nach dem Fall der Mauer waren es dann die Länder des ehemaligen Ostblocks wie Polen oder das Baltikum. Sie sahen die Gelegenheit, dem russischen Einfluss zu entkommen, und traten Bündnissen wie der EU und der NATO bei. Die Ukraine fand sich plötzlich in einer Grauzone wieder zwischen Ost und West. Aber auch die Ukraine versuchte, so weit wie möglich von Russland abzurücken und frei ihr Schicksal zu bestimmen.

                          Was lief dann schief?

                          Unter anderem gab es dieselben Bedenken des Westens wie heute. Man sah die Ukraine geschichtlich nah bei Russland und wollte Russland nicht reizen. Der damalige russische Präsident Boris Jelzin sollte nicht von russischen Nationalisten gekippt werden. Wenn man nach Gründen sucht, warum die Ukraine nicht in der NATO ist, dann ist eine Antwort immer wieder, dass der Westen seine Beziehungen zu Russland nicht verschlechtern wollte.

                          Wenn der Westen die demokratischen Bewegungen der Ukraine also zu wenig unterstützt hat, wie hat die Demokratie dann überleben können?

                          Durch die Menschen. Die ukrainische Zivilgesellschaft hat ihre Stärke während der Orangen Revolution im Jahr 2004 unter Beweis gestellt, als sie ihr Wahlrecht verteidigte und den Vormarsch des Autoritarismus stoppte. Die Demokratie in der Ukraine hat schon die schwierigste Zeit um 1990 herum überstanden, als sie in Russland, Belarus und den meisten postsowjetischen Republiken in weite Ferne rückte.

                          Je aggressiver Russland wurde, desto mehr wurden die Handelsbeziehungen ausgeweitet. Mit dem Geld für Gas und Öl hat sich Russland weiter hochgerüstet

                          Haben die westlichen Länder der Ukraine zu wenig Beachtung geschenkt und Russland zu viel?

                          Absolut, besonders Deutschland. Das geht auch auf die Ostpolitik der 1970er-Jahre zurück unter Willy Brandt. Damals akzeptierte man die Teilung Europas in Ost und West und setzte auf Wandel durch Annäherung. Ein anderes Schlagwort war „Wandel durch Handel“: Man fing an, Öl und Gas in Russland zu kaufen. Damals entstand der Glaube, dass man durch gute Geschäfte den Frieden bewahrt. Und als die Mauer fiel, war das die Bestätigung dafür. Aber die Rezepte von gestern müssen nicht die von heute sein. Der Fehler war, diese Art Politik nicht zu ändern, als Russland immer aggressiver und offen imperialistisch auftrat. Der russische Krieg in Tschetschenien 1994, später in Georgien – all das hat die Politik nicht beeinflusst. Im Gegenteil: Je aggressiver Russland wurde, desto mehr wurden die Handelsbeziehungen ausgeweitet – und mit dem Geld für Gas und Öl hat sich Russland weiter hochgerüstet. Dass auf diese Art Frieden und Wohlstand erhalten bleiben, war magisches Denken.

                          1994 hat die Ukraine ihre Atomwaffen an Russland abgegeben. War das rückblickend betrachtet ein Fehler?

                          Es war vor allem ein gebrochenes Versprechen. Mit dem sogenannten Budapester Memorandum verzichtete die Ukraine auf die Atomwaffen, die aus der Sowjetzeit dort lagerten und immerhin das drittgrößte Arsenal weltweit waren. Den USA, Großbritannien, China und Frankreich war es lieber, dass alles in einer, nämlich russischer Hand blieb. Als Gegenleistung erhielt die Ukraine Sicherheitsgarantien von den westlichen Mächten. Man versprach dem Land, einzuschreiten, sollten seine Integrität und Souveränität bedroht werden. Dieses Versprechen wurde gebrochen, als Russland 2014 die Krim annektierte – und kaum etwas geschah. Dabei gab es schon 1994, zur Zeit des Abkommens, in Russlands Parlament Diskussionen über eine Annexion der Krim. Man hätte da schon ahnen können, was später passierte. Wenn man vor diesem Hintergrund sieht, wie der ukrainische Präsident heute um Waffen betteln muss, ist das beschämend. Ich denke, dass die Länder, die damals Sicherheit versprochen haben, nun in der Verantwortung stehen, Waffen zu liefern.

                          Wie sieht es mit Deutschlands Verantwortung aus?

                          Deutschland hat eine besondere Verantwortung, denn immerhin fand ein Großteil der Verbrechen der Nazis auf ukrainischem Gebiet statt. Denn Hitler hat nicht Russland, sondern die Sowjetunion angegriffen, die nicht nur aus Russland bestand. Wenn man schaut, in welchen Ländern es im Zweiten Weltkrieg proportional zur Bevölkerung die meisten Opfer gegeben hat, dann findet man unter den ersten dreien nicht Russland, sondern: Polen, Belarus und die Ukraine.

                          Mit Selenskyj sehen wir nun einen Präsidenten, der seine Stellung nicht dazu nutzt, der reichste Mensch des Landes zu werden – wie einige seiner Vorgänger

                          Sie meinen, dass Deutschland die Ukraine schon wegen der Geschichte unterstützen muss?

                          Ich will nicht sagen, dass die Geschichte der einzige Grund ist, aber sie ist sehr wichtig. Wenn von manchen gesagt wurde, man könne keine Panzer liefern, weil deutsche Panzer schon mal in Russland waren, dann ist das historisch fragwürdig: Wenn man auf die Landkarte und die Zahlen schaut, war die Ukraine im Vergleich zu Russland das viel größere Opfer. Das ist in Deutschland vielen nicht klar.

                          Die Belange der postsowjetischen Staaten bekommen gerade so viel Aufmerksamkeit wie nie. Verlagert sich das politische Zentrum Europas zurzeit Richtung Osten?

                          Es gibt einen Spruch in den USA: Krieg ist Gottes Art, den Amerikanern Geografie beizubringen. Ich fürchte, das trifft derzeit auch auf viele Länder in Europa zu. Die Zonen politischer Unklarheit werden weniger, vieles klarer. Zum Beispiel, dass Russlands Ziel ist, die Ukraine zu erobern und die Nation zu zerstören. Davor kann die Ukraine nur die Nähe zur EU und zur NATO retten. Also ja: In dem Maße, in dem die Ukraine nach Westen tendiert, tendiert das Zentrum Europas nun weiter nach Osten.

                          Die Kritik an der Ukraine entzündet sich oft daran, dass es rechtsextreme Bewegungen und einen Kult um den Nationalisten Stepan Bandera gibt, der Massenerschießungen im Zweiten Weltkrieg zu verantworten hat.

                          Vor 2014 war Bandera vor allem in der Westukraine für einen Teil der Bevölkerung eine Art Volksheld. Nach dem Beginn des Krieges wurde er dann zunehmend von vielen als Unabhängigkeitskämpfer wahrgenommen. Die meisten Ukrainer, die heute angesichts des Angriffs der Russen Sympathien für Bandera hegen, identifizieren sich nicht mit dem radikalen Nationalismus der Dreißigerjahre. Ich sage nicht, dass es kein Problem mit Rechtsextremismus gibt, aber es ist nicht größer als in anderen Ländern und eignet sich nicht, die Ukraine als Land von Nazis zu diffamieren, wie es die russische Propaganda tut. Die rechtsextremen Parteien sind seit 2014 nicht mehr in Fraktionsstärke im Parlament, weil sie die Fünfprozenthürde nicht genommen haben.

                          An den Majdan-Protesten sollen sich ebenfalls ultrarechte Gruppen beteiligt haben.

                          Die Rechtsextremen waren eine von vielen Gruppen, die an den von den prodemokratischen Kräften dominierten Protesten teilgenommen haben.

                          Ein EU-Beitritt wurde auch immer wieder wegen der Korruption im Land zurückgestellt. Sehen Sie da Veränderungen?

                          Viele Menschen haben den Schauspieler Selenskyj gewählt, weil sie von korrupten Politikern die Nase voll hatten. Zudem versprach er Frieden. Tatsächlich sehen wir nun einen Präsidenten, der seine Stellung nicht dazu nutzt, der reichste Mensch des Landes zu werden – wie einige seiner Vorgänger oder auch Putin in Russland. Es gab auch vor dem Krieg bereits Gesetze, um die Macht der Oligarchen zu beschränken. Dann kam mit dem Krieg erst einmal eine Zeit, in der es so eine Art Übereinkunft gab, sich vor allem um das Überleben zu kümmern und manches zu verschieben. Das ist vorbei. Die Journalisten sind nicht mehr still, sie recherchieren die ganze Zeit. Und der Präsident distanziert sich von den Beamten, die Korruption in den Ministerien tolerieren. Mal sehen, wie effektiv das ist. Aber es ist ein Ansatz, den es seit 1991 nicht gab.

                          Wie könnte die Ukraine nach dem Krieg aussehen?

                          Geeint wie noch nie. Die Chancen stehen gut, dass die Ukraine stärker als Nation daraus hervorgehen wird. Dann wird es um die weitere Integration in die westlichen Systeme gehen – in die NATO und in die EU. Der Preis für all das ist sehr hoch, und der einzige Weg, ihn zu reduzieren, ist, der Ukraine zu helfen, sich zu verteidigen. Das Land steht an vorderster Front eines globalen Konflikts, bei dem es um Demokratie und Freiheit auf der einen Seite geht und Autokratie und Diktatur auf der anderen.

                          Und was wird, wenn die Ukraine den Krieg verliert?

                          Ganz einfach: Schauen Sie nach Belarus. Dort leben die Menschen in einer Autokratie.

                          Frieden mit Russland auf Kosten der Ukraine: Diese Rechnung des Westens ging nicht auf, sagt der ukrainische Geschichtsprofessor Serhii Plokhy








                          Intelligenz ohne Weisheit ist Dummheit

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