Hinter Obst- und Gemüsekisten wurden 64 Kurden kürzlich auf der Südautobahn im Laderaum von zwei Lkw entdeckt.
Eingepfercht zwischen Obst- und Gemüsekisten wurden 64 Kurden von der Türkei nach Österreich geschleppt. Auf der Südautobahn (A2) bei der Raststation Zöbern war Endstation für den "menschenunwürdigen und gesundheitsgefährdenden" Transport. Drei mutmaßliche Schlepper wurden festgenommen. Die 64 Männer, die 24 Stunden in dem Kühltransport ausharren mussten, haben mittlerweile um Asyl angesucht.
Die beiden Lkw wurden nach länger vorangehenden Ermittlungen, basierend auf einer Information an die Polizei, auf der Südautobahn in der Steiermark entdeckt und verfolgt. Bei der Raststation Zöbern (Bezirk Neunkirchen) in Niederösterreich erfolgte dann der Zugriff. Die Schwerfahrzeuge wurden abgeleitet, beim Öffnen der Container entdeckten die Beamten des Bundeskriminalamtes aus dem Bereich der Ausgleichsmaßnahmen (AGM) sowie des Landeskriminalamts Steiermark die zwischen Obst- und Gemüsekisten eingepferchten Kurden.

Mit Kisten wurde eine Art Hohlraum gebaut, die Geschleppten sind gut versteckt gewesen. Sie sollen für die Fahrt bis zu 10.000 Euro bezahlt haben. Die Lastwagen seien schlecht belüftet und viel zu kühl gewesen. Zur Aufrechthaltung der Tarnung als Obst-und Gemüsetransporter wurde die von außen erkennbare Temperatur entsprechend hinuntergefahren. Die Notdurft mussten die Geschleppten in Plastikflaschen verrichten.
Die Fahrt hat ursprünglich in Istanbul begonnen, dort wurden die Migranten auf die beiden Lkw aufgeteilt. Ziel sollte zunächst einmal der Großgrünmarkt in Inzersdorf in Wien-Liesing sein. Österreich war jedoch nur Transitland, tatsächlich sollten die Männer nach Deutschland gebracht
Nach ihrer Entdeckung wurden die Kurden vom Roten Kreuz und der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen mit Nahrungsmitteln und Decken versorgt und anschließend notdürftig in einer Polizeidienststelle untergebracht. Den Männern geht es gesundheitlich gut. Sie suchten um Asyl an und wurden in die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen gebracht.
Gegen die drei mutmaßlichen Schlepper im Alter von 30 bis 50 wurde von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt Haftbefehl erlassen. Auch am Sonntag liefen intensive Ermittlungen, um an die Hintermänner der Festgenommenen zu kommen.