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  1. #61
    Starship Gyro Champion! 100 Meter Race Champion! Bin Man Champion!
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Werden die Forderungen lauter?
    Gruß
    Klaus

    VW-Tochter Traton will Abwrackprämie für Lkw

    Traton-Chef Andreas Renschler fordert vor dem Hintergrund der Corona-Krise ein europaweites Flotten-Erneuerungsprogramm für Lkw

    VW, Daimler und BMW rufen nach Kaufprämien für Autos - jetzt fordern auch die Lkw-Bauer Hilfe vom Staat. Traton-Chef Renschler hat dabei auch schon genaue Vorstellungen, wie das aussehen könnte.

    Die VW-Konzerntochter Traton, zu der die Marken MAN und Scania gehören, fordert eine europaweite Abwrackprämie für Lastwagen. „Es duldet keinen Aufschub bis Ende des Jahres“, sagte Traton-Chef und VW-Vorstandsmitglied Andreas Renschler am Montag in München: „So was muss relativ schnell gemacht werden.“

    Die Verkaufszahlen fielen im ersten Quartal bereits um 20 Prozent auf 46.000 Lastwagen und Busse, der Gewinn brach um 75 Prozent auf 96 Millionen Euro ein. MAN schreibt sogar rote Zahlen, der operative Verlust lag im ersten Quartal bei 78 Millionen Euro.

    Europaweites Flotten-Erneuerungsprogramm gefordert

    Traton-Finanzvorstand Christian Schulz sagte: „Wir bereiten uns zudem auf einen erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang im zweiten Quartal vor.“ Nach sechs Wochen Stillstand seien jetzt zwar alle wichtigen Werke wieder schrittweise am Hochfahren, sagte Renschler. Wenn die Lieferketten halten, könnte die Produktion bis Mitte des Jahres vielleicht sogar wieder 80 Prozent der Kapazität erreichen. Aber wenn keine neuen Bestellungen kämen, sei der heutige Auftragsbestand in zwei, drei Monaten aufgezehrt und „abgevespert“. Deshalb fordert er „ein europaweites Flotten-Erneuerungsprogramm“.

    „Wir brauchen Impulse für Investitionen“, sagte der Traton-Chef. „Wir brauchen eine deutliche Anschubhilfe in der Europäischen Union.“ Käufer von modernen Euro-6-Lastwagen könnten einen staatlichen Zuschuss von 10 oder 20 Prozent des Kaufpreises bekommen. Dann könnten viele ältere Lastwagen der Schadstoffklassen Euro-3 bis Euro-5 ersetzt und verschrottet werden. Das würde nicht nur den Unternehmen und ihren Mitarbeitern, sondern auch dem Klima helfen: „Zu den CO2-Zielen stehen wir“, betonte Renschler.

    Sattelzugmaschinen derzeit kaum gefragt

    MAN-Chef Joachim Drees sagte dem „Münchner Merkur“ (Montag), die größte Herausforderung seien derzeit „die vielen aufgrund der Krise frühzeitig zurückgegebenen jungen Gebrauchtfahrzeuge. Sie verstopfen den Neufahrzeugmarkt.“ MAN habe zwar ein volles Auftragsbuch, aber „unsere Kunden schauen sich aktuell genau an, was sie derzeit wirklich benötigen“. Sattelzugmaschinen etwa seien kaum gefragt.

    Auch Traton selbst spart, wo immer möglich. Das Augenmerk liege jetzt auf der Sicherung der Zahlungsfähigkeit, sagte Finanzchef Schulz. Von Banken und der Mutter VW könne er bis zu 5,5 Milliarden Euro Kredit bekommen. Renschler sagte: „Kurzarbeit hilft kurzfristig hilft, aber nicht, wenn langfristig Stückzahlreduzierungen da sind.“ Bei MAN sei ohnehin „ein signifikanter Stellenabbau notwendig“. Informationsgespräche dazu liefen weiter. „Nach der Überwindung dieser Situation werden wir an der Neuausrichtung von MAN arbeiten.“

    Traton beschäftig weltweit 83.000 Mitarbeiter - davon rund 21.000 bei MAN in Bayern, wo Lastwagen und Motoren gebaut werden, und 2400 im MAN-Achsen- und Komponentenwerk Salzgitter. Schon Anfang März, vor der Corona-Krise, hatte MAN einen massiven Stellenabbau angekündigt, um Investitionen für den Konzernumbau stemmen zu können.

    Quelle: https://www.trucker.de/nachrichten/t...er-lkw-2619245
    Datum: 04.05.2020
    Autor: dpa/Stephanie Noll

  2. #62
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Ein anderer Punkt, so am Rande: Preise - "Fetze vor de Lapp" - Mundschutz...

    Eine Bekannte, die im Gesundheitswesen arbeitet, kaufte vor der politisch herbeigeführten Krise medizinischen Mundschutz (ich meine sie sagte FFP3) für 3€Cent pro Stück (0,03€/St.). In der "Hochzeit" der Beschaffungskrise lagen die Preise dann bei 2€ pro Stück.
    Ein anderer Bekannter berichtete von ursprünglich 7€Cent/St. (0,07€/St).

    Wieviele Mundschutz hat der Bankkaufmann in China eingekauft? 25 Mio Stück? Zu welchem Preis?

    Gruß
    Klaus

  3. Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Ich lese gerade aus Focus 18/20 (zufrieden??) ein Bericht über die finanzielle Lagen der Fluggesellschaften...
    Keine Überraschung, die, die eh schon angeschlagen sind, werden höchstwahrscheinlich endgültig von der Markt verschwinden...
    Ob die übrigen Fluggesellschaften lange durch halten, hängt vor allem davon ab, ob die Flieger gekauft oder geleast sind...

    Interessant ist die Liste der Liquidität der einzelnen Gesellschaften...
    Hat hier nicht wer geschrieben, Lufthansa wird es packen und billig Airlines nicht?
    umgekehrt ist es!
    Lufthansa wäre laut Schätzung noch ca. 17 Wochen flüssig, easyJet ca. ein volles Jahr, Ryanair sogar ca. Zwei Jahre!
    Die größte Reserve soll Wizz Air haben, geschätzt 144 Wochen!!
    Der einfache Grund:
    Billig Airlines haben die geringste monatliche Fixkosten!

  4. #64

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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Die Frage ist, ob sie die Gehälter ihres Personals weiter zahlen. Falls nicht, haben sie zwar Flugaufträge und kein Personal.
    Ich vermute eher, dass Billiganbieter wie Ryanair den Löffel abgeben wird. Das ist nicht schade drum. Wie ich vom Flughafen Düsseldorf gerade erfahren habe, geht den Lohndumpern bei bei den Gepäck- und Sicherheitsdiensten finanziell die Luft aus. Macht nichts. Nennt sich Marktbereinigung von den Parasiten.

  5. #65
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts
    Corona könnte 20 Prozent der Transportjobs kosten

    Die Coronokrise wird loffenbar im Transportsektor eine ganze Reihe Jobs kosten. Dies geht aus einer Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts hervor.

    Die Coronokrise wird offenbar im Transportsektor eine ganze Reihe Jobs kosten. Aus einer Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts ergibt sich, das 24 Prozent der Unternehmen im Landverkehr und 20 Prozent im Bereich Lagerei und sonstige Verkehrsdienstleistungen bereits im April beschlossen haben, Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge nicht zu verlängern.

    „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe. Verglichen mit anderen Branchen nimmt sich der Landtransport trotzdem noch weniger schlimm aus – so wollten sich im April 58 Prozent der Betriebe in der Gastronomie, 50 Prozent der Hotels und 43 Prozent der Reisebüros von Personal trennen. In der Autobranche sind es satte 39 Prozent der Betriebe.
    Einige Branchen weniger betroffen

    Weniger stark von Kündigungen bedroht sind Beschäftigte in Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkanzleien mit fünf Prozent, Beschäftigte im Grundstücks- und Wohnungswesen mit zwei Prozent, auf dem Bau mit drei Prozent sowie in der chemischen Industrie mit fünf Prozent. In der pharmazeutischen Industrie dagegen gibt es keine Entlassungspläne.

    Im Schnitt haben 18 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut. Dabei bestehen große regionale Unterschiede. So streichen besoders viele Betriebe in Baden-Württemberg (22 Prozent der Firmen) und Bayern (20 Prozent) Jobs. Besonders wenige sind es mit elf Prozent im Saarland und in Rheinland-Pfalz.
    Jeder zweite Betrieb mit Kurzarbeit

    Eine weitere Untersuchung des Wirtschaftsinstituts hatte zudem ergeben, dass im April bereits jedes zweite Unternehmen im Landverkehr (51 Prozent) Kurzarbeit angemeldet hatte. Lagerei und die Erbringung sonstiger Dienstleistungen für den Verkehr lagen bei 55 Prozent, Post-, Kurier- und Expressdienste bei 56 Prozent. In der Schlüsselbranche Automobilbau haben 94 Prozent der Firmen kurzgearbeitet, der Durchschnitt aller Branchen lag bei 50 Prozent. „Das schlägt alle Zahlen aus der Finanzkrise von 2009“, sagte Wohlrabe. Kurzarbeit sei für die Betriebe eine Brücke über eine Zeit niedriger Umsätze. „Sollten die Umsatzausfälle aber länger andauern, werden auch Arbeitsplätze ganz wegfallen“, betonte er.

    Quelle: https://www.eurotransport.de/artikel...ampaign=update
    11.05.2020 Regina Weinrich

    Der wirtschaftliche Tsunami rollt...
    Allerdings darf man auch die Quelle berücksichtigen - das IFO-Institut. Das zähle ich nicht zu den "Adressen hoher Zuverlässigkeit".

    Interessanterweise mahnt das "Papier", das ein verantwortungsbewußter BMI-Mitarbeiter verteilt hat, genau solche Überlegungen und Abschätzungen an, wie sie z.B. in einer FMEA gemacht werden.
    Also war passiert wenn und welche Folgen hat das für...1. 2. 3. ...
    Vorgeschriebene Abläufe scheinen das auch zu fordern, es wurde nur nicht gemacht!

    Gruß
    Klaus
    Geändert von hobbylenker (12.05.2020 um 09:56 Uhr)

  6. Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Was ich vermisse, eine Klärung, um was für Stellen es sich handelt...
    Bei mir in der Nachbarschaft ist zb ein autozulieferer, der hat alle Zeitarbeiter rausgeschmissen, während die eigene Belegschaft nun zeitweilig sogar Überstunden machen müssen, weil die Ausfälle doch nicht so schlimm wurde...

  7. #67
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Bernie,

    da sprichst Du einen wichtigen Punkt an.
    Die Firmen sind ja durchaus auch nicht alle redlich.
    Man darf nicht ausschließen, daß ein hoher Prozentsatz "jammern" und ungerechtfertige Maßnahmen treffen unter dem Vorwand der aktuellen Krise.
    Nur, die Regierung macht's ja vor, in gigantischem Stil!

    Oder Firmen treffen Vorkehrungen. Wenn die schlechten Prognosen eintreffen, ist man gewappnet. Treffen sie nicht ein, hat man Glück gehabt.

    Gruß
    Klaus

  8. #68

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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Dann könnten viele ältere Lastwagen der Schadstoffklassen Euro-3 bis Euro-5 ersetzt und verschrottet werden.
    Dieser Satz hat mir am besten gefallen!!! Ein klares Zeichen, fuer wie bloed man von manchen Managern gehalten wird.... naja, manchmal liegen die auch nicht daneben.

    Bei den Flugesellschaften wird eine grosse Bereinigung geben. So gut wie kein Flugzeug der Gesellschaften ist gekauft, sondern die sind geleast... kaufen waere bescheuert, denn Abschreibungsmoeglichkeiten sind beschraenkt, Leasingraten sind voll abzugsfaehig.... nur sind die Leasinggesellschaften auch im Besitz der Fluggesellschaften.
    Und die Billigflieger werden verschwinden.
    Bevor die Lufthansa hochgeht, da gehen vorher noch ganz viele andere hoch... leider wird das ganze viele Fluege dermassen verteuern, dass sich nicht mehr jeder einen Urlaubsflug in die Karibik leisten kann. Die Folge wird ein ganzer Rattenschwanz an verlorewnen Arbeitsplaetzen sein... das aengt bei den Piloten an und hoert beim Putzpersonal noch lange nicht auf... wird auch bei Airbus zu Entlassungen fuehren.

    Das MAN sich von Arbeitnehmern trebnnen will, wurde ja angekuendigt... die Anderen (auch im PKW Gereich) werden da in nix nachstehen. Ich wuerde mal sagen, weltweit werden da wohl 500 000 Arbeitsplaetze in der Autoindustrie wegfallen... das zieht natuerlich die chemische Industrie und auch andere Bereiche nach unten.

    Die Pharmaindustrie und die Banken werden als die grossen Gewinner aus der Sache rauskommen... wobei ich sicher bin, dass auch die Banken ihre menschlichen Kapazitaeten veringern werden.

    Diese Rezession wird alles bisher dagewesene in den Schatten stellen... Vergleiche mit "nach dem Krieg" sind fehl am Platz, denn nach dem Krieg waren genug Dinge zum Wiederaufbau noetig... also ganz sicher nicht vergleichbar, was mancheTraumtaenzer versuchen dem Volk weiss zu machen.

    Gruss Holger
    Mein Buch über meine Auswanderung

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    Denke BEVOR du etwas tust, dein naechster Fehler koennte dein letzter sein !

    "Game over, try again" gibts NICHT im realen Leben

  9. #69
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Gerade gehört...

    Die EU will 1,5 Billionen Schulden aufnehmen, was nach dem Lissaboner Vertrag nicht zulässig ist.
    Die Haftung übernehmen die Mitgliedsstaaten. Die EU hat aber nicht viele Mitglieder, die wirtschaftlich gut da standen.
    Deshalb wird Deutschland wohl den Löwenanteil übernehmen.

    Auf Quellenangaben verzichte ich, da die Befürworter der politiodischen Zwangsmaßnahmen sowieso nicht zu einem Überdenken der Katastrophe bereit sind.

    Gruß
    Klaus

  10. #70
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    Standard AW: Wirtschaftliche Folgen - Regierungsmaßnahmen auf Corona

    Schwer war es nicht, das voraus zu ahnen... siehe Beitrag 24...
    Und mehr wird kommen...

    Gruß
    Klaus

    Weniger Mindestlohn? – „Das wäre ein Nackenschlag für Millionen Arbeitnehmer“

    Zur Entlastung der Unternehmen hatten Wirtschaftspolitiker von CDU/CSU eine Absenkung des Mindestlohns gefordert. Doch offenbar sind weite Teile der Union anderer Meinung. Vor allem CDA-Chef Laumann zeigt sich über diese Art der Konjunkturhilfe erbost.

    Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Unsicherheit plagen in der Corona-Krise viele Arbeitnehmer. Einige Wirtschaftspolitiker der Union allerdings halten eine neue Belastung der Beschäftigten zur Ankurbelung der Wirtschaft für vertretbar.

    Im „Wachstumsprogramm für Deutschland“ der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Energie der CDU/CSU im Bundestag findet sich unter anderem die Empfehlung an die Mindestlohnkommission, den Mindestlohn abzusenken oder zumindest eine Erhöhung im kommenden Jahr auszusetzen. Zuerst hatten die dpa und das „Handelsblatt“ über das Papier berichtet. Der Vorstoß stieß selbst in der Partei auf harsche Kritik.

    Die Forderungen einiger Wirtschaftspolitiker seiner Partei halte er für „vollkommen falsch“, sagte Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), WELT.

    „Wir müssen nun zusehen, dass möglichst wenige Menschen arbeitslos werden. Das darf aber nicht über billige Jobs passieren“, kritisierte Laumann. „Eine Pausierung des Mindestlohns wäre ein Nackenschlag für Millionen Arbeitnehmer. Wer denkt, dass wir unsere Konjunktur ankurbeln, indem wir Millionen Menschen den Lohn kürzen, ist völlig falsch gewickelt.“

    Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wies den Vorstoß, den Mindestlohn abzusenken, deutlich zurück. „In dieser Zeit brauchen Unternehmen Spielraum und Liquidität zum Investieren. Darüber reden wir beim Konjunkturpaket. Aber für die CDU ist klar: Nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Deshalb: Hände weg vom Mindestlohn“, schrieb sie bei Twitter.

    Der gesetzliche Mindestlohn wurde zuletzt im Januar von 9,19 Euro auf aktuell 9,35 Euro erhöht. Die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern will voraussichtlich im Juni einen neuen Vorschlag für die Erhöhung zum 1. Januar 2021 unterbreiten. Auch aus der Wirtschaft hatte es schon Forderungen nach Aussetzung einer Erhöhung gegeben.

    Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz

    Darüber hinaus schwebt den CDU/CSU-Wirtschaftspolitikern dem Papier zufolge vor, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Generell sollte an die Stelle einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden treten, die in tarifgebundenen wie in tarifungebundenen Unternehmen gilt“, heißt es.

    Die in der Corona-Krise für systemrelevante Branchen ermöglichten Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz sollten „sofort auf alle kleineren und mittleren Unternehmen ausgeweitet werden“.

    Die Wirtschaftspolitiker verlangen auch, die Beiträge zur Sozialversicherung, also die Lohnnebenkosten, „verbindlich und langfristig“ auf maximal 40 Prozent zu deckeln. Steigende Ausgaben und fehlende Einnahmen müssten durch Einsparungen ausgeglichen werden, insbesondere versicherungsfremder Leistungen. Sollte das nicht reichen, müsse der Bundeshaushalt zuschießen.

    Außerdem verlangt die Arbeitsgemeinschaft, dass der Solidaritätszuschlag schon am 1. Juli statt wie bisher geplant am 1. Januar 2021 abgeschafft wird, und zwar vollständig. Dies lehnt der Koalitionspartner SPD aber seit Längerem ab; die Sozialdemokraten wollen den Zuschlag nur für 90 Prozent der Steuerzahler abschaffen.

    „Mehr Tarifverträge“

    CDA-Chef Laumann sieht die Vorschläge als rückschrittlich. Die Deckelung der Sozialbeiträge wirke „vollkommen aus der Zeit gefallen“, sagte er. „Die Sozialkassen haben uns doch durch die letzten Monate gebracht. Das Kurzarbeitergeld und die Finanzierung der Krankenhäuser wären ohne die Sozialkassen nicht möglich gewesen. Es ist doch absurd, jetzt an der Finanzierung der Kassen zu rütteln. Soziale Sicherheit darf nicht nur Aufgabe des Staates werden.“

    Zudem fehlen aus seiner Sicht entscheidende Punkte. „Nach der Krise müssen wir die kaputten Stellen unserer sozialen Marktwirtschaft renovieren. Wir brauchen zum Beispiel mehr Tarifverträge. Davon lese ich in dem Papier kein Wort“, bemängelte er. „Die Wirtschaftswünsche sind so alt, wie ich schon Politiker bin. Da wird so getan, als ob es Corona nicht gegeben hat.“

    Scharfe Kritik kam auch vonseiten des Koalitionspartners. „Das CDU-Wirtschaftskonzept ist ein Schlag ins Gesicht aller, die zu extrem geringen Löhnen arbeiten müssen. Das geht gar nicht“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast. Es sei völlig unnötig, Geringverdiener „jetzt durch solche spalterischen Vorschläge zu verunsichern“. Es bleibe dabei, dass der Mindestlohn gelte und für seine Erhöhung ein „vereinbartes und bewährtes Verfahren“ gelte. Auch das Bundesarbeitsministerium, das von Hubertus Heil (SPD) geführt wird, verwies auf die Mindestlohnkommission.

    Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt wertete die neue Mindestlohn-Debatte als Signal gegen den Zusammenhalt in der Gesellschaft. „Wer das mitmacht, der wird niemals die Unterstützung von uns haben“, sagte sie.

    Zustimmung zu den Forderungen der CDU-Wirtschaftspolitiker kam hingegen von Arbeitgeberseite. „Die berechtigten Sorgen um weitere Sozialabgaben werden offensichtlich in der Politik geteilt. 40 Prozent bleiben gesetzt“, hieß es von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Richtig sei auch, dass „jetzt ernsthaft Vorschläge auf dem Tisch sind, die kein Geld, aber politischen Mut brauchen, wie die Flexibilisierung von Arbeitszeiten“.

    Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/artic...eitnehmer.html
    Stand: 26.05.2020, Von Christine Haas, Redakteurin Wirtschaft und Finanzen

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