Spedition Barth mit neuem Gesellschafter

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Die Barth-Logistikgruppe aus Burladingen (Zollernalbkreis) startet mit einem neuen Mitgesellschafter in die Zukunft.
10.01.2020
Matthias Rathmann
Neuer Mehrheitseigner ist der französische Logistikdienstleister BMV aus Lyon, der durch Beteiligung an Barth seine Marktentwicklung in Deutschland vorantreiben will. Umgekehrt kann Barth seine Geschäfte in Frankreich deutlich ausbauen und erhält über das BMV-Netzwerk auch Zugang nach Spanien und Portugal.
Nicht nur die Aktivitäten der Unternehmen ergänzten sich gut, betont Barth-Geschäftsführer Berthold Barth gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. BMV und Barth verfolgten auch ähnliche Firmenphilosophien. „Beide legen großen Wert auf die Qualität der Mitarbeiter“, erläutert er und weist auf den Slogan „Der Mensch macht’s aus“ seines Unternehmens hin.
Logistik werde von gut ausgebildeten Menschen erbracht, die vergleichbar mit Facharbeitern in anderen Branchen Wertschätzung und eine angemessene Bezahlung verdienten, sagt er. Daher setzen beide Unternehmen auch auf eigene Fuhrparks, Barth mit einem Selbsteintritt von etwa 60 Prozent, BMV mit einer Quote an eigenen Lkw von etwa 50 Prozent.
Zusammen beschäftigen BMV und Barth 1.500 Mitarbeiter

Beide Firmen werden zudem von Familien gelenkt, hinter dem 1902 gegründeten Unternehmen BMV (auch bekannt als BMV-irolle-Gruppe) steht die Familie Manchès. BMV betreibt 16 Distributions- und 20 Logistikstandorte, beschäftigt 900 Mitarbeiter und setzt 150 Millionen Euro jährlich um. Barth ist mit 620 Mitarbeitern etwas kleiner, unterhält 13 Standorte und betreibt eine Logistikfläche von 195.000 Quadratmetern. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 75 Millionen Euro. Noch nicht eingerechnet ist der 18 Kilometer von der Zentrale entfernte Standort Hechingen, wo zurzeit eine neue Distributionsplattform entsteht und künftig die Flotte stationiert sein soll.
Prokurist Uwe Schempp wird zusätzlicher Geschäftsführer

Besonders attraktiv am Partner BMV sei, dass man mit ihm noch deutlich stärker wachsen und auf Kundenanforderungen eingehen könne, berichtet Berthold Barth. Genauso wichtig für ihn: „Wir können alle Beschäftigten und unser komplettes Netzwerk mit allen Standorten einbringen.“ Die Firma Barth bleibe mit ihrem Namen und ihrer Marke bestehen. Das sei auch für die Mitarbeiter eine Sicherheit. „Uns war es ganz wichtig, ihnen die Ängste zu nehmen und zu signalisieren, dass wir uns so zukunftssicher aufstellen“, berichtet Barth. Eine personelle Weichenstellung in dem Zusammenhang: Die Cousins Berthold und Peter-Johannes Barth, die bisher zu zweit die Firmengschicke lenken, holen den langjährigen Prokuristen Uwe Schempp zum 1. April als zusätzlichen Geschäftsführer in die oberste Entscheidungsebene.
Umgekehrt profitiert BMV durch Barth vom Zugang zum deutschen Markt. Bisher war der Stückgutspezialist aus Frankreich noch nicht in Deutschland präsent. Durch die süddeutschen Barth-Standorte steht ihm nun ein Netzwerk bis nach Cottbus zur Verfügung. Geografisch ideal gelegen für gemeinsame Stückgut-Aktivitäten ist nach Barth-Einschätzung die künftige Drehscheibe Hechingen, die Anfang 2021 in Betrieb gehen soll. „Wir können den Standort gemeinsam toll entwickeln und hier noch deutlich mehr drehen“, sagt Berthold Barth.