Innsbruck – Sieben Prozent Zuwachs im Schwerverkehr auf der Brennerautobahn, dazu regelmäßige Staus in den vergangenen Wochen: Das Transitproblem spitzt sich vor dem Sommer dramatisch zu. Für den Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer benötigt es deshalb rigorose Gegenmaßnahmen. Er schlägt Verhandlungen mit dem Verkehrsministerium über eine 28-Tonnen-Gewichtsbeschränkung auf der Brennerautobahn vor.

Die Brennerautobahn bestehe aus 13 Teilbrücken, die großteils sanierungsbedürftig seien, untermauert Dornauer seine Forderung. „Das Warten auf den Brennertunnel, der erst Ende 2028 in Betrieb geht, hilft nicht, genauso wenig wie eine Blockabfertigung. Es braucht Mut und konkrete Maßnahmen.“ Die schwarz-grüne Landesregierung mit LH Günther Platter (ÖVP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) müsse sofort Gespräche mit dem neuen Verkehrsminister Andreas Reichhardt aufnehmen. Dornauer: „Obwohl er ,nur‘ Übergangs-Minister ist: In den nächsten Monaten beim Verkehr nichts zu tun, wäre angesichts von 2,5 Millionen Lkw-Fahrten über den Brenner grob fahrlässig und für die SPÖ Tirol inakzeptabel.“

Mit einer 28-Tonnen-Beschränkung über den Brenner würde man die Situation für die transitgeplagten Anrainer rasch verbessern, betont der Tiroler SPÖ-Chef. Zudem könnte man laut Dornauer die Teilbrücken entlasten, „die jedes Jahr mit viel Geld gewartet und saniert werden müssen – gerade wegen der Schwerlasttransporte.“

Weiter verschärfen möchte die schwarz-grüne Landesregierung dennoch die Block*abfertigungen. Nach dem Schwerverkehr-Stauchaos vor wenigen Tagen auf der Inntal- und Brennerautobahn hatte das Land angekündigt, eine zeitliche Ausdehnung der Lkw-Blockabfertigungen zu überprüfen. Dies wurde jetzt abgeschlossen, wie der TT gestern bestätigt wurde. Demzufolge kann ab sofort an den jeweiligen Dosiertagen die Lkw-Bremse bei Kufstein so lange aufrechterhalten werden, wie es der Bedarf verlangt. Bis dato wurde an solchen Tagen in der Regel „nur“ von 5 bis 10 Uhr dosiert.

Erstmals kann diese Regelung nun bereits dieses Wochenende zum Einsatz kommen. Denn entgegen ursprünglichen Plänen verkündete das Land, bereits für heute (ab 12 Uhr) und Samstag (Beginn: 5 Uhr) zusätzliche Blockabfertigungen einzuschieben. Nach Studium und Vergleich der Asfinag-Zahlen für den Pfingstreiseverkehr 2018 habe man sich dazu entschlossen. Im Gegensatz zum Vorjahr sei die Europabrücke baustellenbedingt durch die Verengung auf lediglich zwei Fahrspuren Richtung Süden ein Nadelöhr. Ein erneuter Verkehrskollaps könnte drohen und soll durch die zusätzlichen Dosierstunden abgefangen werden.

„Es geht um Sicherheit auf der Autobahn. Solange die Güterverlagerung auf die Schiene durch Kostenwahrheit auf der Straße nicht gelingt, muss sich Tirol zum Schutz der Bevölkerung mit dieser Maßnahme behelfen“, sagte Landeshauptmann Günther Platter.

Auch nach Pfingsten wird von Dienstag bis Donnerstag dosiert, Selbiges gilt rund um Fronleichnam (20. Juni) – dann aber ganzwöchig. (mami, pn)


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